Musikmenschen

Es ist noch gar nicht so lange her, dass sich Emma Hartmann und Hanna Meidert durch Zufall gefunden haben: „Nach einem gemeinsamen Essen mit dem Chor des Gymnasiums des Maristenkollegs im Sommer 2015 haben wir uns über Musik unterhalten und beschlossen, mal gemeinsam etwas zu machen“, erzählt Hanna Meidert aus Tussenhausen. „Ab August haben wir zusammen die ersten Lieder geschrieben. Und schon in der Altstadtnacht im selben Jahr ganz spontan zu zweit gesungen“, erinnert sich Emma Hartmann aus Mindelheim. Davor kannten sich die beiden nur vom Sehen. Haben alber viel gemeinsam: Beide sind 17 Jahre alt, beide kommen aus musikbegeisterten Familien, beide spielen Gitarre und Klavier, beide singen und beide schreiben mittlerweile ihre eigenen Lieder.

Den Überblick über die Zahl der Songs haben sie verloren, meinen sie. Denn sie schreiben unabhängig voneinander zu Hause für sich oder aber gemeinsam. Und so manches Stück liege angefangen in der Schublade und warte noch auf Vollendung. Dabei haben die Schülerinnen unterschiedliche Herangehensweisen. Während Emma oft vorher die Melodie hat, beginnt Hanna meistens mit der Idee für den Text. Emma entwirft meist deutsche Songtexte, Hanna textet auch gerne englisch. „Manche Wörter klingen in einer anderen Sprache einfach besser. Nicht so schmalzig“, meint die Tussenhausenerin. Trotzdem lassen die beiden oft ihre Englischlehrer noch über die Texte lesen, Fehler in ihren Liedern wären ihnen absolut peinlich, meinen sie und lachen.

Und Nervosität vor Auftritten? „Immer ganz schlimm“, antworten beide. Am schlimmsten jedoch, wenn Freunde im Publikum säßen. Beim Sommerkonzert des Maristenkollegs wäre es eigentlich ganz gut gegangen, finden die beiden, denn durch das grelle Bühnenlicht im Stadttheater sah man das Publikum kaum.



Das Klavier spielt bei Emma Hartmann (links) und Hanna Meidert eine große Rolle. Aber auch Gitarre spielen die beiden Schülerinnen. Wobei bei gemeinsamen Konzerten meist Emma in die Tasten greift und Hanna hauptsächlich singt.


Unterstützung bei den Liedern durch Schlagzeug oder andere Instrumentalisten haben sie sich noch nicht geholt: „Es wäre auch äußerst schwierig, da wir alles auswendig spielen und keine Noten dafür schreiben.“ Die beiden 17-Jährigen, die sich den Namen „Musikmenschen“ gegeben haben, sind außerdem voll und ganz mit ihrem neuesten Projekt beschäftigt: der Aufnahme einer eigenen CD. Bekannte der Familie Hartmann haben ein Tonstudio, in dem die beiden Freundinnen einige ihrer Lieder einspielen werden. „Wir wurden immer wieder gefragt, ob wir unsere Musik nicht irgendwie weitergeben können. Deshalb wird es jetzt bald eine CD von uns geben“, berichtet Emma. Welche ihrer Stücke jedoch darauf sein werden und welche nicht, darüber sind sie sich noch uneins. Wer die Zwei jedoch auf dem Schulkonzert bereits gehört hat, der hofft, dass die beiden Stücke „Leben und leben lassen“ sowie „Feeling free“ hoffentlich einen Platz darauf haben werden.

Konkrete Pläne für die nächsten Monate haben sie in musikalischer Sicht noch nicht, denn: Das Abi steht an. Wohin es die beiden danach verschlägt und wie viel Zeit sie für gemeinsame Projekte haben werden, wird sich zeigen. Hanna würde sich gerne auch in Zukunft mit Gesang beschäftigen – sie nimmt auch jetzt schon Unterricht und übt täglich. Und Emma bereitet sich momentan auf die Aufnahmeprüfung an einer Berufsfachschule für Musik vor. Wie es mit den „Musikmenschen“ weitergeht, sehen die Mädchen gelassen. Dass sie aber in Zukunft immer mal wieder in Mindelheim zu hören sein werden, bleibt zu hoffen.


Zeitungsbericht der MZ vom 18.01.2017, Autor: Manuela Friess
Artikel im Onlineangebot der Augsburger Allgemeinen
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