Koedukative Realschule

Dem Realschulstandort Mindelheim steht ab dem Schuljahr 2018/19 eine große Neuerung bevor. Sowohl an der Maria-Ward Realschule als auch an der Realschule des Maristenkollegs wird künftig auf die Ausbildung beider Geschlechter gesetzt. Während in der M-W-Realschule dann auch Buben unterrichtet werden, öffnet die Realschule des MK ihre Pforten auch für Mädchen. Die beiden Schulen in der Trägerschaft des Schulwerks der Diözese Augsburg kommen damit einem Wunsch vieler Eltern nach, das Bildungsangebot ohne Geschlechterbeschränkung zugänglich zu machen. Die formelle Genehmigung durch das Kultusministerium steht unterdessen noch aus.

Seit Jahren stehe dieser Schritt bereits auf der Agenda des Schulwerks der Diözese, sagte dessen Direktor Peter Kosak bei einem Pressetermin im Mindelheimer Rathaus. „Wir beenden damit eine gewisse Tradition und stellen die Weichen für die Zukunft“, sagte Kosak. Als zukunftsträchtige Entscheidung bezeichnete auch Landrat Hans-Joachim Weirather den Entschluss. „Der Landkreis Unterallgäu versteht sich als tatkräftiger Helfer, die Schulen zukunftsfähig zu machen“, sagte er. Stephan Winter, Bürgermeister der Stadt Mindelheim, lobte die Neuerung als „epochale Entscheidung“. In der Schule würden nicht nur Lerninhalte, sondern auch Werte vermittelt. An beiden Schulen sei das gegeben.



Über die schulische Neuerung freuen sich (von links) Maria Schmölz, Hans-Joachim Weirather,
Peter Kosak, Rosa Ritter und Stephan Winter.


Beide Schulen verstehen die Öffnung auch als pädagogischen Impuls, während sich an den bewährten Schwerpunkten nichts ändern solle, wie die Schulleiterinnen Maria Schmölz von der Realschule des Maristenkollegs und Rosa Ritter von der Maria-Ward-Realschule herausstellten. So bleiben die jeweiligen Wahlpflichtfächergruppen und auch das Angebot eines musisch und religiös geprägten Schullebens erhalten. „Ganz im Sinne unserer Namensgeberin Maria Ward steht bei uns nach wie vor die Persönlichkeitsentwicklung der Schüler im Vordergrund“, sagte Ritter. Ein reiner Fokus auf Mädchen sei jedoch angesichts der modernen Chancengleichheit nicht mehr zeitgemäß. „Gemeinsamer Unterricht entspricht der Normalität des Alltags“, sagte auch Maria Schmölz.

Viele Eltern und auch Schüler hätten in den vergangenen Jahren bereits den Wunsch nach der gemeinsamen Erziehung von Buben und Mädchen geäußert. Für die Neuerung fühle man sich gut gerüstet. „Viele unserer Lehrkräfte unterrichten teilweise auch am Gymnasium und haben langjährige Erfahrung in gemischten Klassen“, sagte Schmölz. Bis in einem Jahr bleibe darüber hinaus noch genug Zeit für kleinere organisatorische Anpassungen.


Zeitungsbericht der MZ vom 10.11.2017, Autor: Jens Reitlinger
Artikel im Onlineangebot der Augsburger Allgemeinen
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