Englischsprachiges Theater

Romeo und Julia 2017

Romeo und Julia: Das steht für ein tragisches Liebespaar. Während die Vorlage die Fehde der Häuser Capulet und Montague beleuchtet, war das White Horse Theatre darauf aus, das Stück auf die Liebesgeschichte zu verkürzen. Schließlich sollte eine Fassung für Oberstufenschüler entstehen, die nur etwas mehr als eine Stunde dauert. Ein gelungenes Unterfangen.

In der Aula des Maristenkollegs konnten die 160 Gymnasiasten den vier jungen Schauspielern aus England bei ihrem eindrücklichen Spiel zusehen. Gebannt waren die Blicke auf Romeo und Mercutio gerichtet, die so manch derben Scherz machen, bevor sich der junge Montague unsterblich in die Tochter des Feindes verliebte. Aufmerksam wurden die romantische Balkonszene, die Trauung und die Liebesnacht verfolgt, die sich hier so unglaublich schnell aneinanderreihen. Shakespeares doppeldeutige Wortspielereien bezüglich Sex wurden übrigens gekonnt durch anzügliche Gesten mit eingebaut.


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Sehr eindrucksvoll auch die Szene, in der Vater Capulet Julia zwingt, Paris zu heiraten. Als sie versucht, sich gegen seine Pläne zu stellen, wird sie von ihm gepackt und zu Boden geschleudert. Er gibt ihr äußerst klar zu verstehen, dass ihre Meinung überhaupt nicht zählt. Wie bereits in früheren Produktionen ist es beeindruckend, wie effizient und einfach die Umbauten und Bühnenbildänderungen quasi nebenbei durch die Schauspieler vorgenommen werden. Ebenso wie mit wenigen durchdachten Requisiten die verschiedenen Orte zum Leben erweckt werden. Es ist schön, dass diese englischen Produktionen mit Unterstützung der Bildungsstiftung regelmäßig ans Maristenkolleg geholt werden können.

Auch die Schüler waren beeindruckt, zum Beispiel davon, dass Ian Archdeacon so viele Charaktere spielt; nicht nur den Mercutio, sondern auch Pater Lorenzo und Julias Vater. Ebenso Hannah Abbott, die nicht nur die vorwitzige und freche Amme, sondern auch den kämpferischen Tybalt verkörpert. Die alte Sprache William Shakespeares sei auch für die vier englischen Muttersprachler sehr gewöhnungsbedürftig und schwer zu lernen, betonte Lauren Donovan, die die Julia darstellte. Die Chance, sich mit den englischsprachigen Gästen ein wenig auszutauschen, haben in diesem Jahr leider nur sehr wenige der Schüler ergriffen. Vielleicht ist ja modernes Englisch manchmal ebenfalls eine Herausforderung?


Zeitungsbericht der MZ vom 07.11.2017, Autorin: Manuela Frieß
Artikel im Onlineangebot der Augsburger Allgemeinen

Englische Theatertage 2016

Eine großartige Gelegenheit, englischsprachiges Theater kennen und lieben zu lernen, bot sich 2016 den Schülerinnen und Schülern der 6. bis 12. Jahrgangsstufe des Gymnasiums im Rahmen der von der Fachschaft Englisch organisierten und von der Bildungsstiftung des Maristenkollegs finanziell unterstützten englischen Theatertage. Das White Horse Theatre, ein renommiertes pädagogisches Tourneetheater, konnte für mehrere Aufführungen am Maristenkolleg gewonnen werden und begeisterte die Zuschauer mit jedem der drei gespielten Stücke.



Das Stück „Fear in the Forest“ für die Jahrgangsstufen 6 und 7 erzählte die Geschichte von Josie, die sich im Wald verirrt hat und auf der Suche nach einem Unterschlupf in einem seltsamen Haus auf einige merkwürdige Gestalten trifft, mit denen Josie unheimliche Dinge erlebt. Die britischen Schauspieler verstanden es meisterhaft, das junge Publikum in ihren Bann zu ziehen und den gruseligen Szenen immer wieder eine komödiantische Auflösung folgen zu lassen.



Für die Jahrgangsstufen 8 und 9 wurde mit „Drinking for Dummies“ ein zunächst humorvolles Stück um den schüchternen Barney gespielt, der sich in Zola, das neue Mädchen aus seiner Klasse verliebt. Barney und sein Freund Jake laden Zola und deren Freundin Tamsin zu einem Diskobesuch ein, trinken sich zu Hause bereits Mut an und erscheinen betrunken in der Disko. Dort überreden sie auch Zola, mit ihnen zu trinken, wobei die furchtbaren Wirkungen des übermäßigen Alkoholkonsums nicht lange auf sich warten lassen. So endet der Abend, der lustig begann, äußerst tragisch, so dass als Schlusspunkt des sehr glaubwürdig gespielten Stücks eine eindringliche Botschaft hinsichtlich der Gefahren des Alkoholmissbrauchs steht.



Eine äußerst spannende und dramatische Version von „Dr. Jekyll & Mr. Hyde“ nach dem Roman von Robert L. Stevenson sahen die Schülerinnen und Schüler der 10.-12. Jahrgangsstufe. Dr. Henry Jekyll ist ein angesehener Londoner Doktor, Edward Hyde ein gemeiner Mörder. Was verbindet die beiden grundverschiedenen Männer? Jekylls Freund Utterson ahnt nichts von der grauenhaften Wahrheit, dass Jekyll und Hyde ein und dieselbe Person sind. Gut und Böse kämpfen um die Vorherrschaft – ein Kampf, den jeder kennt und der in diesem Stück auf besonders eindrucksvolle Weise dargestellt wird.



Die Schülerinnen und Schüler der unterschiedlichen Altersstufen verfolgten gebannt die Aufführungen und zeigten jeweils im tosenden Schlussapplaus ihre Begeisterung. Nach jedem der äußerst engagiert gespielten Stücke standen die Schauspieler dem Publikum für ein Bühnengespräch zur Verfügung und beantworteten die zahlreichen in englischer Sprache gestellten Schülerfragen sehr sympathisch, mit viel Einfühlungsvermögen und einer unterhaltsamen Brise britischem Humor.



Wir sind der festen Überzeugung, dass die englischen Theatertage eine wertvolle Bereicherung des Schulalltags darstellten und neben der Freude am Theatererlebnis auch motivierende Impulse für das weitere Erlernen der Fremdsprache vermitteln konnten.



Romeo und Julia 2014

Eine großartige Gelegenheit, mit “Romeo and Juliet” einen wahren Klassiker aus der Feder des englischen Dramatikers William Shakespeare in der Originalsprache kennen und lieben zu lernen, bot sich 2014 den Schülerinnen und Schülern der Englischkurse der Oberstufe. Die Freilichtaufführung des TNT Theatre Britain auf Schloss Zeil bestach dabei durch ihre Lebendigkeit und die Liebe zum Detail.



Das Theater Shakespeares war stark von der italienischen Comedia dell’arte mit ihren Masken, den Symbolen und der Typisierung der Figuren beeinflusst, was in dieser Inszenierung deutlich zu spüren war. Die authentische Musik, die Sprache und die Kostüme trugen dazu bei, dass man sich in die Zeit der beiden Liebenden zurückversetzt fühlte. Ein Spiel der großen Gefühle, bei dem es die Darsteller hervorragend verstanden, mit großer Spielfreude, ausdrucksstarker Sprache sowie eindrucksvoller Mimik und Gestik die Zuschauer in ihren Bann zu ziehen. So durften die Besucher in die elisabethanische Theaterwelt und die Sprache Shakespeares eintauchen und erlebten gut zwei Stunden lang die tragische Geschichte von Romeo und Julia als großes Theater, für das es am Ende begeisternden Applaus gab.

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