Gäste aus den USA am Maristenkolleg

Ein Hauch von Wehmut lag im abgelaufenen Schuljahr über dem Besuch der 43 Schülerinnen und Schüler aus dem US-Bundesstaat New York am Maristenkolleg, war doch wenige Tage zuvor bekannt geworden, dass die amerikanische Partnerorganisation “Ambassadors Group, Inc.” unseres seit vielen Jahren gepflegten Austauschprogramms “People to People” ihren Betrieb zum Ende des Jahres aus finanziellen Gründen einstellen würde.

Die Geschichte von “People to People” begann im Jahre 1956, als der damalige US-Präsident Dwight D. Eisenhower, ein Mann reich an Ideen und Vorstellungen, angesichts einer durch Ideologien gespaltenen Welt davon überzeugt war, dass der einzige Weg, einen neuen Konflikt zu vermeiden, die Schaffung von internationalem Verständnis sei. Er war sich sicher, dass die Menschen Frieden wollen und dass die Regierenden einen Schritt zur Seite zu treten haben, um den Menschen diesen Frieden zu geben: “I think that people want peace so much that one of these days government had better get out of their way and let them have it.”

Dieser Glaube inspirierte Präsident Eisenhower dazu, eine Konferenz mit zahlreichen bekannten amerikanischen Persönlichkeiten wie beispielsweise Walt Disney, Conrad Hilton, Jesse Owens und Norman Rockwell einzuberufen. Er forderte sie dazu auf, ihm zu helfen, ein Programm namens “People to People” ins Leben zu rufen, das amerikanische Bürger aus allen Gesellschaftsschichten mit Einwohnern anderer Länder in Kontakt bringen sollte. Er war davon überzeugt, dass durch die Begegnung mit Menschen anderer Kulturkreise vorhandenes Misstrauen behoben und eine gemeinsame Basis für Frieden und Freundschaft gefunden werden könnte.

1963 traten die ersten sog. Student Ambassadors ihre Reise an, um neue Länder und Kulturen kennenzulernen und weltweite Freundschaften zu knüpfen. Kurz nach der Rückkehr der ersten Gruppen eröffnete Walt Disney, inspiriert durch die Ziele und Vorstellungen von “People to People”, die zeitlose Attraktion “It’s a small world” in Disneyland.

Seit dieser Zeit brachte “People to People” zahlreiche junge Menschen verschiedener Länder in Kontakt, wobei sich das Maristenkolleg seit vielen Jahren an diesem Programm beteiligte. Die amerikanischen Schülerinnen und Schüler verbrachten dabei im Rahmen von sog. Homestay-Aufenthalten einige unvergessliche Tage bei Schülerinnen und Schülern des Maristenkollegs und deren Familien. Auf diese Weise konnten die amerikanischen Gäste nicht nur Einblicke in unsere Lebensweise und Kultur gewinnen, sondern den deutschen Schülerinnen und Schülern war es dadurch möglich, gleichaltrige Jugendliche aus den Vereinigten Staaten kennen zu lernen, in verschiedensten Alltagssituationen Englisch mit Muttersprachlern zu sprechen und unter Umständen sogar die Grundlage für dauerhafte Freundschaften zu legen.

Aufgrund der äußerst bereichernden Erfahrungen, die dieses Programm über viele Jahre hinweg den amerikanischen sowie den deutschen Schülerinnen und Schülern ermöglicht hat, hoffen wir sehr darauf, dass sich in den USA eine Nachfolgeorganisation findet, mit der es uns möglich sein wird, die so wertvolle Idee von “People to People” weiterzuführen.


Rainer Göppel, 1. Fachbetreuer Englisch

Humanitäre Schule Jugend Forscht Sponsorenpool Bayern TUM School of Education JUNIOR Premium School Klasse im Puls