„Discover the GREEN in you!“ – Studienfahrt nach Dublin

Tag 1, Sonntag 20.09.2015

Als eine der ersten Studienfahrten machten wir uns per Flugzeug auf den Weg zu unserem Reiseziel. Dies hat aufgrund unserer Planung auch reibungslos geklappt. Bei der Ankunft in Dublin waren natürlich alle auf das Wetter gespannt, denn bekannterweise regnet es „ab und zu“ in Irland, und tatsächlich wurden wir mit Regengüssen im Land der Kobolde begrüßt. Der Bus, der uns zu den Brüdern nach Clondalkin brachte, stand jedoch schon nach kurzer Zeit bereit und wir konnten flott zu den Brüdern des Moyle Park Colleges gebracht werden. Dort angekommen suchte sich jeder erst einmal ein Zimmer aus. Ohne Diskussion teilten sich die acht Mädchen und neun Jungs auf. Nach kurzem Begutachten der Unterkunft gab es noch eine kleine Besprechung über Regeln und Ablauf der Studienfahrt.

Der Rest des Abends wurde uns selbst überlassen und wir teilten uns in Gruppen auf, die sich jeweils eine Möglichkeit zum Essen suchten. Da um 23 Uhr jeder wieder im Moyle Park College eingetroffen war, herrschte bald darauf auch Ruhe im Haus, damit wir fit in den nächsten Tag starten konnten.


Tag 2, Montag 21.09.2015

Unser erster voller Tag begann mit einem ausgewogenen Frühstück im Brüderhaus, denn durch die Gastfreundlichkeit der Iren war schon für Müsli, Toast, Milch und Marmelade gesorgt. Kurz danach machten sich alle gemeinsam auf den Weg zur Bushaltestelle. Dort nahmen wir dann den Dublin Bus und fuhren relativ weit ins Zentrum. Unsere erste Station war das „Kilmainham Gaol“, ein früheres Gefängnis, das nun als Museum geöffnet ist. Dort angekommen bekamen wir eine sehr interessante Führung durch das ganze Gebäude und erfuhren viel über die irische Geschichte. Obwohl der irische Akzent gewöhnungsbedürftig war, konnten wir einiges aus diesem Besuch mitnehmen.



Das Gefängnis „Kilmainham Gaol“, in dem 14 irische Revolutionsführer hingerichtet wurden


Der nächste Punkt der Tagesplanung war der Besuch des „Trinity College“ im Zentrum von Dublin. Die Universität ist eine der bekanntesten in Irland und zu dem eine der angesehensten. Als wir den Campus betraten waren wir alle überrascht, denn das ganze Gelände war mit Menschen und Werbeständen für die verschiedensten Studenten-Aktivitäten übersät. Wir waren also live dabei, wie das Semester eröffnet wurde.



Das Trinity College im Herzen Dublins voller studentischer Betriebsamkeit


Nach einer kurzen Pause auf dem Gelände hatten wir wieder eine Führung, bei der uns vieles über die Geschichte der Universität und der dortigen Studenten erzählt wurde. Doch dies war nicht das einzige, was das College bieten konnte, denn abschließend besuchten wir noch die Universitätsbibliothek mit dem berühmten „Long Room“ und dem „Book of Kells“. Wenn jemand die Anna Amalia Bibliothek in Weimar schon wunderschön fand, sollte er sich den „Long Room“ in Dublin auf keinen Fall entgehen lassen, denn nicht nur die Größe, sondern auch die Bauweise der Bibliothek ist beeindruckend.



Der „Long Room“ - Ein Teil der Universitätsbibliothek des Trinity College


Der letzte Punkt des Tages galt dem Abholen von Theaterkarten für Donnerstag. Kurz darauf war dann der offizielle Teil des Tages beendet und den Schülern wurde freigestellt, wie sie ihren restlichen Abend verbringen wollten. Die einzige Bedingung der Lehrer war, wieder pünktlich und sicher zum Moyle Park College zurück zu finden.


Tag 3, Dienstag 22.09.2015

Für einen guten Start in den dritten Tag sorgte der irische Whiskey, denn wir begannen das Tagesprogramm mit einer Führung durch die neueröffnete „Teeling Distillery“. Dort erfuhren wir, wie irischer Whiskey hergestellt und gelagert wird. Am Ende der Führung waren wir bereit, unseren eigenen Whiskey zu destillieren bzw. im Souvenirladen zu kaufen. Natürlich nur als Mitbringsel für die Eltern zuhause.



Die drei Brennblasen der Teeling Whiskey Distillery


Unser nächstes Ziel war der „Phoenix Park“. Dies ist der größte innerstädtisch zusammenhängende Park Europas, was laufen bedeutet, viel laufen! Obwohl jeder einen Plan für den Park bekam, gab es dort leider nicht wirklich viel zu sehen. Die größte Attraktion war der „Dublin Zoo“ und obwohl dieser bei den meisten Begeisterung hervorrief, kamen viele wieder von der Idee ab, als sie die Preise sahen. Eine Aufenthaltszeit von zwei Stunden im Park reichte also vollkommen aus.

Aufgrund der nun verbleibenden Zeit beschlossen die Schüler mit den Lehrern spontan, das „National Museum of Ireland“ zu besuchen. Dort konnte jeder nach seinem eigenen Interesse das Museum besichtigen. Nach der vereinbarten Zeit machten sich dann alle wieder auf den Heimweg. Die Abendgestaltung wurde wieder jedem freigestellt, wobei nicht mehr viel geplant wurde, da bei den meisten die langen Fußwege Spuren hinterlassen hatte. Und so kehrte ziemlich schnell Ruhe im Haus der Brüder ein.


Tag 4, Mittwoch 23.09.2015

Dieser Tag begann aufgrund des Treffens mit den Schülern des Moyle Park Colleges, das von den Maristen geleitet wird, sehr früh. Das P-Seminar war gespannt, die Jugendlichen der Schule kennen zu lernen. Um die Gespräche in Gang zu bringen, wurden den Schülern verschiedene Fragen über die jeweiligen Heimatländer vorgegeben. Dieses Konzept erwies sich als sehr erfolgreich, weil so jeder die Chance hatte, etwas Neues zu erfahren. Vor allem die nicht vorhandene Geschwindigkeitsbegrenzung auf deutschen Autobahnen und die Erlaubnis, ab 16 Jahren Alkohol trinken zu dürfen, stieß bei den Iren auf Begeisterung.



Die Schülerinnen und Schüler des P-Seminars mit den Neuntklässlern des Moyle Park College


Passend zum Thema setzten wir unseren Tag anschließend mit einem Besuch des „Guinness Storehouse“ fort. Das Areal der Biermarke nimmt gefühlt ein Drittel von ganz Dublin ein, doch wir besuchten nur das Besucherzentrum, welches in der Form eines Glases aufgebaut ist und von der Herstellung, über den überdimensionalen Souvenirshop bis hin zu einer „Skybar“, bei der man über ganz Dublin blicken kann, reicht. Ein perfekter Platz, um seine täglich mit Liebe gemachten Sandwichs zu verzehren.

Nach einem Aufenthalt von ca. zwei Stunden machte sich dann die ganze Gruppe nochmal auf den Weg, um eine der bekanntesten Kathedralen in Dublin zu besichtigen: Die „St. Patrick’s Cathedral“. Dort erwartete uns eine durchaus interessante Führung über die Geschichte der Kirche. Doch das eigentlich verblüffende an diesem Gotteshaus waren nicht die aufwendig gebauten Fenster oder Statuen, sondern eher die Umfunktionierung als Touristenattraktion. Der Souvenirshop in der Kirche, die Tablets und sogar das vorhandene „Free Wifi“ garantierten keine Langeweile. Ob das wirklich das Richtige ist, um Touristen für eine Kirche zu begeistern, ist jedoch fraglich. Als die Führung dann beendet war, brachte uns das Tagesteam noch zu einem bekannten Park, dem „St. Stephen’s Green Park“. Von dort aus wurde dann wieder jedem freigestellt, was er noch in Dublin machten möchte. Die pünktliche Nachtruhe sollte sich als wichtig erweisen, da der nächste Tag sogar an den Kräften der Lehrer zehrte.


Tag 5, Donnerstag 24.09.2015

Um nicht nur Dublin zu erleben, sondern auch die Natur Irlands, nutzten wir am Donnerstag die „Dart“ Bahn, um die östlich von Dublin liegende Halbinsel Howth zu erreichen. Dort erkundeten wir zuerst das Hafenviertel und genossen die frische Seeluft, bevor wir die „Cliff-Walk“ Wanderung antraten. Diese 12 Kilometer lange Wanderung führte direkt entlang der felsigen Steilküsten von Howth und bot uns eine atemberaubende Aussicht auf die Bucht vor Dublin.



Irische Landschaft am „Cliff Walk“ auf der Halbinsel Howth


Der Genuss dieser Aussicht wurde jedoch schnell von den immer größer werdenden Erschöpfungserscheinungen in den Hintergrund gedrängt. Bei der Hälfte der Strecke bot sich uns die Gelegenheit, über einen Kiesstrand direkt ans Meer zu gelangen.



Das P-Seminar „Discover the GREEN in you!“


Trotz der Pause sank die moralische Bereitschaft zum Fortsetzen der Wanderung immer weiter. Die Abfahrtszeit der Dart Bahn jedoch musste eingehalten werden und so kämpften sich letztendlich alle Kursteilnehmer mit nicht mehr ganz rekordwürdigen Zeiten ans Ziel der Wanderung.

Auf der Rückfahrt zur Unterkunft überfiel uns die Erschöpfung und es dauerte nicht lange, bis die ersten leisen Schnarchlaute zu vernehmen waren. Zurück im Brüderhaus stärkten sich alle durch Abendessen und heiße Duschen und wir konnten uns auf den Weg zum „Abbey Theatre“ machen. Dort sahen wir eine moderne Aufführung des Stücks „Oedipus“, die bei allen Schülern und Lehrern Begeisterung hervorrief. Nach der Vorstellung betrachteten wir die nachts beleuchtete Samuel Beckett Bridge, deren Träger in Form einer Harfe gestaltet wurden. Erschöpft ging es dann ins Bett, um fit für den nächsten Tag zu sein.


Tag 6, Freitag 25.09.2015

Den letzten ganzen Tag unserer Studienfahrt nutzten wir für eine geführte Bustour, die wir im Zentrum von Dublin begannen. Von dort aus fuhr der Bus auf den Gipfel der Halbinsel Howth, wo wir einen kurzen Aufenthalt hatten. Der Busfahrer hatte bis zu diesem Zeitpunkt gefühlte 100-mal das Wort „gorgeous“ (herrlich) zur Beschreibung verschiedenster mal mehr, mal weniger interessanter Sehenswürdigkeiten benutzt. Anschließend folgte eine etwa einstündige Busfahrt in nördlicher Richtung. Während dieser Busfahrt erhöhte sich die Zahl der Verwendung von „gorgeous“ auf geschätzt 500. Ein weiteres Highlight der Entertainment-Show des Busfahrers war ein kurzes Flötenkonzert an einer roten Ampel und eine Gesangseinlage. Bald erreichten wir das 5000 Jahre alte Hügelgrab „Newgrange“.



Das 5000 Jahre alte Hügelgrab „Newgrange“ mit seiner Wintersonnenwende-Kammer


Durch einen schmalen und niedrigen Gang konnten wir in Kleingruppen den überraschend kleinen Innenraum dieser absolut wasserdichten Steinkonstruktion besichtigen. Die Besonderheit dieses Innenraums ist, dass er jedes Jahr zur Wintersonnenwende durch den an diesem Tag einmaligen Lichteinfall für eine kurze Zeit komplett erhellt wird. An allen anderen Tagen gelangt kein Sonnenlicht durch den finsteren Gang. Der Abschluss dieser Busfahrt war die Besichtigung des „Hill of Tara“, der Legenden zufolge der ehemalige Sitz der Hochkönige von Irland war.



Der „Hill of Tara“ - ehemaliger Königssitz Irlands


Außerhalb der Großstadt Dublin bot sich uns ein Eindruck der grünen Landschaft Irlands mit ihren riesigen Weideflächen. Trotz des anstrengenden Busfahrers, der es Schätzungen zufolge am Ende des Tages auf eine rund tausendfache Verwendung des Wortes „gorgeous“ brachte, war der Tag sehr interessant und informativ.


Tag 7, Samstag 26.09.2015

Den letzten Tag konnten wir aufgrund unseres Rückflugs am Nachmittag nur vormittags in Dublin verbringen. Wir besuchten die Ausstellung „Secret“ der „Science Gallery“. Diese Ausstellung befasste sich mit der Fragestellung, wie Wissenschaftler, Politiker, Hacker, Psychologen, Kriminelle, Journalisten und Unternehmen versuchen, ihre Geheimnisse zu verstecken und wie sie gelüftet werden können. Einige Schüler versuchten sich im Schlösser knacken, wobei einige unserer Klassenkameraden erschreckend gute Erfolge erzielten. Eine Besonderheit der Ausstellung war eine Jacke mit spezieller Beschichtung, die für Prominente Personen entwickelt wurde. Beim Fotografieren mit Blitz führt diese Jacke zum Effekt, dass sie selbst hell beleuchtet wird und alles um sie herum auf dem Foto in schwarz erscheint. So sind die Fotos für Journalisten wertlos und Promis können sich vor unerwünschten Foto-Angriffen schützen. Erstaunlich war auch eine Tür, die man nach der Eingabe eines vierstelligen Codes betreten konnte. Hinter der Tür befand sich ein kleiner Bildschirm, auf dem die Passwörter ausgewertet wurden, indem die Anzahl der bisherigen Verwendung jeder Kombination gezählt wurde. So war erkennbar, dass bevorzugt simple Kombinationen eingetippt werden.

Nach dieser Ausstellung machten wir uns auf den Weg zu unserer Unterkunft, verabschiedeten uns von den Maristenbrüdern und wurden von dort aus von einem Bus, den die Brüder uns dankenswerterweise kostenlos zur Verfügung stellten, zum Flughafen gebracht. Die Woche verging für uns alle viel zu schnell, jedoch bot sich uns zum Abschied beim Rückflug ein feuerroter Sonnenuntergang über Irland.



Abschied von Irland auf dem Weg nach Hause


An dieser Stelle möchten wir, die Schüler und Schülerinnen des P-Seminars Dublin, uns bei allen, die uns diese Studienfahrt ermöglicht haben, für die unvergesslichen Momente bedanken. Unser besonderer Dank gilt den Maristenbrüdern in Dublin durch deren Gastfreundschaft diese Reise überhaupt erst ermöglicht wurde, sowie Herrn Diepold und Frau Luther, die uns in der Woche begleitet und unterstützt haben.


Nicola Beilhack und Jonas Schmid

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