Projekt: Latein zum Anfassen

Grammatik und Vokabeln gehören zum Alltagsgeschäft des Sprachenlernens eines Gymnasiasten. Dass Latein darüber hinaus aber noch etwas anderes zu bieten hat, davon konnten sich die Schülerinnen und Schüler der 5. Klassen des Maristenkollegs einen lebendigen Eindruck verschaffen: Kultur und Theater, Sport und Spiel sowie Lebenswissen in Theorie und Praxis, das an Aktualität und Brisanz für den modernen Menschen kaum zu übertreffen ist. Mit Schwung, Tempo und viel Spaß haben die Lateinschüler aus den höheren Jahrgangsstufen ihre Mitschüler zu einer Reise in die römische Antike eingeladen, zu einem Unterrichtsgang in das oberste Stockwerk des Maristenkollegs, der den aufmerksamem Beobachter jedoch rasch erkennen ließ, dass es nicht nur um einen Ausflug an einen weiter entlegenen Ort oder gar in ein fremdes Land ging, sondern dass er, ganz oben angekommen, vielmehr Schritt für Schritt in die Tiefen des Menschseins hinabgestiegen war.

„Latein zum Anfassen“ hieß auch in diesem Schuljahr das Motto des Nachmittags am Maristenkolleg, der viele Überraschungen und Ideen, Möglichkeiten zum Selbstentdecken und Mitmachen, zum Lachen, zum Zuhören, zum Ausprobieren und Nachmachen bot. Spielerisch konnten die Schüler entdecken, was in ihnen steckt, welche Wege und Umwege es gibt, das eigene Leben zu gestalten. Was dabei in den einzelnen Stationen angeboten wird, ist ein Tummelplatz der Möglichkeiten des Menschlichen: dekadent und üppig geht es in der Taverne zu, junge Models frönen im „locus pulchritudinis“ der Selbstdarstellung und –inszenierung, der junge Mann Paris macht klar, dass der Beziehungsmarkt der Geschlechter schon immer nach dem Wettbewerb von Angebot und Nachfrage funktioniert (die Göttin des Streits findet auf diesem Fundament fruchtbaren Boden für den Krieg), Spiele (mit echten Knochen!) lenken vom Allerlei des Alltags ab und üben in die Konzentration auf das Wesentliche ein, uralte geheimnisvolle Erzählungen im Zelt nehmen die Zuhörer mit hinein in die Dramatik des ständigen Auf und Ab im Leben, Schmuck und Mode lassen leuchten und scheinen, was so nicht ist, und der Kampf der Gladiatoren im Stadion spiegelt den – nicht nur männlichen – Kampf um Macht, das tägliche Spiel um Gewinnen und Verlieren. Angeleitet und begleitet von ihren Lehrkräften Ingrid Häußinger, Claudia Hüttmann, Fachbetreuer Alfons Wurstbauer und Dr. Bernhard Hess haben die Schüler die Inhalte der einzelnen Stationen dabei methodisch so vorbereitet und aufbereitet, dass alle miteinander in Aktion treten, aufeinander hören, miteinander spielen, lachen, fragen, singen.


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Kein Wunder, dass der Funke überspringt: die Schülerinnen und Schüler der 5. Klassen lassen sich begeistern von den Ideen und der Zuwendung ihrer älteren Mitschüler. Das Interesse für römische Kultur, für das Leben der Menschen in der Antike ist geweckt. Mit diesem Motivationsschub ausgerüstet kann der Alltag des Sprachenlernens – nicht nur der Anfänger! – positiv angegangen werden.


Hubertus Stelzer

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