Maristische Lehrerfortbildungen und Versammlungen


Grußworte der Maristenbrüder

Brother Brendan Geary Ich freue mich, einige Sätze über maristische Aktivitäten in den vergangenen Jahren für die Homepage zu schreiben. Hans Staudner (Cham), Wolfgang Hacker, Frater Augustin und Frater Michael (alle Mindelheim) und andere Mitarbeiter haben viel Energie und Kreativität eingesetzt, um Wege für kleine Gruppen von Lehrkräften zu finden, die mit Interesse in Maristenschulen charakteristischen Maristengeist fördern möchten und die bereit sind, für dieses lohnenswerte und wichtige Anliegen, freie Zeit zu opfern.

Daher gab es in den vergangenen Jahren in Deutschland einige Treffen mit dem Thema, wie man den maristischen Erziehungsansatz in Schulen fördern kann. Dazu gehörte auch die Weiterentwicklung des Volontariatsprojekts (Cmi) in Mindelheim, das zum Ziel hat, Abiturientinnen und Abiturienten vornehmlich aus unseren Maristenschulen dafür zu begeistern, eine gewisse Zeit in den weltweiten Maristenniederlassungen zu arbeiten. Ich bin durch alle Treffen, die stattgefunden haben, sehr ermutigt und möchte durch diesen kurzen Beitrag weitere Lehrkräfte und junge Menschen dazu anregen, sich den kommenden Aktivitäten anzuschließen.

Mit herzlichen Grüßen

Frater Brendan Geary – Provinzial



Brother Brendan Geary Was macht das Maristenkolleg aus? Was kann unsere Schule vorzeigen, was sie besonders macht? Warum können junge Menschen stolz und froh sein, am Maristenkolleg zur Schule zu gehen? Um diese Fragen zu beantworten, schauen viele auf das umfangreiche Angebot von Wahlkursen, auf pädagogische und religiöse Veranstaltungen und Aktionen, auf das einzigartige Sportgelände, auf die Kombination von Realschule und Gymnasium, auf Austauschprogramme, auf Tagesheim, Mensa und Maristo, auf das Marionettentheater, auf das Cmi-Programm oder auf zahlreiche andere Angebote, die über das vorgeschriebene staatliche Curriculum hinausgehen.

Wir Maristen sind aber überzeugt, dass darüber hinaus der maristische Geist und die Tradition unserer Schule ein wesentliches Qualitätsmerkmal des Maristenkollegs sind. Um diesen maristischen Geist, die besonderen Merkmale einer maristischen Pädagogik und christliche Traditionen zu vertiefen und für die Zukunft weiter zu entwickeln, haben wir Maristenbrüder in den vergangenen Jahren unsere Bemühungen durch Fortbildungen und andere Veranstaltungen verstärkt, so dass Lehrerinnen und Lehrer das Erbe des Hl. Marcellin Champagnat für sich entdecken. Sein Herzensanliegen war es, junge Menschen zu lieben, an sie zu glauben und ihnen durch authentische Beziehung sowohl die Welt des Wissens als auch des Glaubens zu erschließen. Diese Inhalte zogen sich durch die verschiedenen Fortbildungsprogramme, von denen hier einzelne Teilnehmer kurz berichten.

Mit herzlichen Grüßen

Frater Michael Schmalzl – Superior Mindelheim



Fortbildungen und internationale Treffen

Thema Ort Dauer
Zweite Internationale Versammlung zur maristischen Sendung Nairobi, Kenia 16.09. bis 27.09.2014
Provinztreffen: Spiritualität und die Berufung zum Marist-Sein Freising 31.10. bis 02.11.2014
Maristenschulen – Quo vadis? Niederalteich 30.01. und 31.01.2015
Auf den Spuren Marcellins und seiner ersten Brüder Mutterhaus der Maristenschulbrüder,
L´Hermitage, Frankreich
13.03. bis 16.03.2015
Schulentwicklung an den deutschen Maristen-Schulen Freising 20.04. und 21.04.2015
Provinztreffen: Being spiritual – being human Vallendar bei Koblenz 02.10. bis 04.10.2015


Zweite Internationale Versammlung zur maristischen Sendung in Nairobi (16.09. bis 27.09.2014)

Die zweite internationale Versammlung zum Thema maristische Sendung fand nach Mendes (Brasilien, 2007) nun in Nairobi (Kenia) statt. Die über 100 Teilnehmerinnen und Teilnehmer kamen aus 35 Ländern und vertraten somit alle 29 Maristenprovinzen in 78 Ländern weltweit. Wolfgang Hacker vom Maristenkolleg Mindelheim nahm als Vertreter der Laienmaristen unserer Provinz Europa-Zentral-West (Deutschland, Belgien, Holland, Schottland, Irland) teil. Die Versammlung stand unter dem Motto „Neue Maristen für eine neue Sendung“. Die Anwesenheit von Generalsuperior Emili Turu und seines Stellvertreters Joe McKee sowie sechs weiterer Mitglieder des Generalrats zeigt die Bedeutung des Ereignisses.

Ziel der Versammlung war es, die Brüder und Laien in einem neuen Geist der Gemeinschaft auf die Nöte und Rechte der Kinder und Jugendlichen in unserer heutigen Zeit einzustimmen. Wobei der Begriff Laien als unzeitgemäß und der Vergangenheit angehörend eingeordnet wurde; vielmehr sind wir Menschen, die dem Ruf Jesu in maristischer Weise folgen. In Arbeitssitzungen der einzelnen Regionen und Provinzen, noch mehr aber in zahlreichen interkontinental gemischten Gesprächsrunden wurden Schlagwörter wie Verschiedenartigkeit (Diversity), Bedeutsamkeit (Significance) und Verfügbarkeit (Availability) geprägt und diskutiert.


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In zeitlicher Nähe zur Zweihundertjahrfeier des Institutes der Maristen im Jahr 2017 gewinnen die Worte von Papst Franziskus eine besondere Bedeutung für uns, wenn er verkündet: „Jeder Christ und jede Gemeinschaft wird erkennen, was der Herr von ihm/ihr verlangt. Wir sind alle eingeladen, diesen Ruf anzunehmen und aus unserer eigenen Bequemlichkeit aufzubrechen, um uns an den Rand der Gesellschaft zu wagen und dort das nötige Licht des Evangeliums zu verbreiten.“

Eine enthusiastische Beschreibung am Ende des Abschlusspapiers „Voices of fire“ soll einen Eindruck von der anregenden und konstruktiven Stimmung dieser Versammlung geben, die die Teilnehmer und Teilnehmerinnen am Ende wehmütig und motiviert zugleich zu ihren Aufgaben in der Heimat entließ.


„Wir haben das Erbe der ersten internationalen Versammlung zur maristischen Mission 2007 in Mendes (Brasilien) angetreten und sind jetzt aufgerufen vor dem Horizont des dritten Jahrhunderts unserer Ordensexistenz, als neue Maristen uns neu senden zu lassen. Von nun an hoffen wir durch unser Leben Zeugnis zu geben, wie ein Feuer, das alle in der Nähe stehenden ansteckt und eine Begeisterung entfacht.“


Wolfgang Hacker (MK Mindelheim)



„Spiritualität und die Berufung zum Marist-Sein“ - Provinztreffen in Freising (31.10. bis 02.11.2014)

Das Treffen auf dem Domberg zu Freising, auf dem seit 1300 Jahren christliches Leben blüht, stellte das ideale Ambiente für unsere Zusammenkunft dar. Frater Tony Leon aus Australien gestaltete diese Tagung durch seine ausgefeilte Methodik und seine überzeugende Persönlichkeit.



Nach der Morgenandacht startete Tony mit dem großen Thema Spiritualität. Er zeigte viele bedeutsame Beispiele von Menschen, die sich vom guten Geist bewegen haben lassen. Der provokative Satz: „Religion ist etwas für Menschen, die Angst haben in die Hölle zu kommen. Spiritualität ist etwas für Menschen, die dort waren“, ist vielen in Erinnerung geblieben und sorgte für Gesprächsstoff. Welcher Geist treibt uns an? Welche Ziele nehmen wir ins Visier und aus welchen Gründen? Wie entwickelt sich „Mensch-Sein“, wie ein „Ich“? Tony ging diese Fragen auf zwei Ebenen an. Auf der anthropologischen Ebene lässt sich sagen, dass der Mensch ein soziales Wesen ist. Der Mensch wird zum Menschen durch andere Menschen. Er ist von Natur auf Kultur hin ausgelegt. Seine „Ich-Entwicklung“ findet weitgehend in Gesellschaft anderer Menschen statt. Das „Ich wird am Du“, wie Martin Buber sagt.

In diesem Zusammenhang ging Tony auf das Phänomen der Gastfreundschaft ein. Die christliche Gastfreundschaft bedeutet, in jedem Gast Jesus aufzunehmen. Wenn dies gelingt, dann schafft dies eine Atmosphäre der Verwandlung. Der Gast kann in einer wertschätzenden Umgebung eher das Gute, sprich göttliche in sich, entdecken. Religiös gesprochen sind wir auf der Suche nach dem, der uns beim Namen gerufen hat (vgl. Jes 43,1): „Unruhig ist mein Herz, bis es ruht, in Dir.“ (Hl. Augustinus). Der Referent zeigte einige Wege dieser Gottsuche auf. Der Jakobsweg ist eine Möglichkeit, dem „Gott in sich“ zu begegnen, ebenso das Pilgern oder Meditieren sowie Stille und Gebet. Eine weitere Möglichkeit der Gottesbegegnung ist mein Gegenüber, meine Gemeinschaft. „Was ihr dem geringsten meiner Brüder getan habt, habt ihr mir getan.“



Die folgende Einheit beschäftigte sich mit dem marianischen Gesicht der Kirche. Welche Bedeutung hat das Vorbild Mariens für unseren Umgang mit anderen. Marianisch handeln heißt auf Augenhöhe handeln. Barmherzigkeit, verzeihen können, immer wieder auf andere zugehen können, das Gute im Nächsten sehen, all das ist u.a. marianisch. Maria, als eine von uns, die uns Gott näher bringt. So könnte man das Ergebnis dieser Übung in einem Satz zusammenfassen.

Zum Abschluss des Tages feierten wir zusammen mit dem Maristenpater Wilhelm Tangen eine typisch maristische Messe – einfach, unaufgeregt und klar.



Der Sonntag begann mit einer Morgenandacht und mit einer Gemeinschaftsübung zum Thema „Ich helfe dir, Deinen Platz zu finden.“. Unsere Aufgabe als Maristen ist es, das Evangelium zu leben und anderen zu helfen, ihren Platz zu finden. Unser Lebensweg sollte ausgeleuchtet werden von folgenden „Laternen“: Güte, Erkenntnis, Glauben, Gemeinschaft, Anwesenheit, Verantwortung, Werte, Tun.


Hans Staudner (Maristen Realschule Cham)



„Maristenschulen – Quo vadis?“ - Schulung im Kloster Niederalteich (30.01. bis 31.01.2015)

Zur Schulung kamen insgesamt 22 Lehrkräfte aus Mindelheim, Cham und Furth sowie Hausmeister, Verwalter und die beiden Maristenbrüder Frater Augustin und Frater Winfried.

Nach einem Abendgebet, in welchem besonders auch für die bevorstehende Missions- und Bildungsreise von Frater Michael gebetet wurde, klang der Abend in geselliger Runde aus. Am Samstagmorgen gab F. Augustin einen durch seine eigenen Studien fundierten Einblick in die Geschichte der Maristenpädagogik. Dabei stellte er Marcellin Champagnat in seiner Zeit dar, um aufgrund dieser historischen Voraussetzungen seine große Leistung als Pädagoge herauszuarbeiten. Er hob dabei die Punkte Gleichheit, Selbstständigkeit, Disziplin und Familiengeist hervor. Es gelang ihm dabei gut, immer wieder die Brücke zu aktuellen Herausforderung zu schlagen. Als Impuls für die Gruppenarbeit diente ein Thesenpapier, auf dem eine maristische Schule aus Costa Rica Grundsätze maristischer Pädagogik aufgelistet hatte. Nach der Pause referierte Hans Staudner anschaulich und überzeugend darüber, was eine Schule zu einer katholischen Schule bzw. zu einer Maristenschule macht. Er arbeitete hierbei die Grundvollzüge des christlichen Lebens, Koinonia, Liturgia, Martyria und Caritas heraus. Mit einem umfangreichen Papier, in welchem die maristischen Markenzeichen Familiengeist, Anwesenheit, Einfachheit, Liebe zur Arbeit und Agieren in der Art Mariens mit Texten und Impulsfragen zur Reflexion zusammengefasst wurden.



In Gruppenarbeit wurden daraufhin Plakate zu den maristischen „Tugenden“ gestaltet und vorgestellt. Nach der Vorstellung der Gruppenarbeit wurde der inhaltliche Teil mit einem sehr schön gestalteten Gebet, bei welchem jeder TN eine Kerze bekam und dann die Kerzen reihum im stillen Segensgebet herumgereicht wurden, abgeschlossen. Nach dem Abendessen fuhren die TN aufgeladen mit maristischer Energie und dankbar für die gut vorbereitete und vom Orden so großzügig unterstützte Fortbildung wieder zurück.


Bärbel Audebert (MK Mindelheim)



Auf den Spuren Marcellins und seiner ersten Brüder in L'Hermitage (13.03. bis 16.03.2015)

An dem europaweiten Treffen von 13. bis 16. März 2015 im Mutterhaus der Maristenschulbrüder in Frankreich nahmen Lehrkräfte aus Schottland, Irland und Deutschland teil. Im Vordergrund stand der Austausch über die Arbeit am maristischen Profil der verschiedenen Einrichtungen und das Entdecken der Wirkungsstätten unseres Ordensgründers.

Die Zusammenkunft begann am Freitagabend in L'Hermitage de Notre-Dame bei St. Chamond in der Nähe von Lyon. Diese Anlage wurde vor Kurzem renoviert und beeindruckt durch die Verbindung von moderner und traditioneller Architektur. Marcellin Champagnat baute dieses Kloster im Jahre 1824, um hier die jungen Brüder auszubilden. Von hier aus erkundeten wir in den nächsten Tagen die wichtigsten Orte im Leben des Ordensgründers, wie z. B. sein Geburtshaus in Le Rosey, die sog. Wiege der Kongregation, das Haus der ersten Brüder in La Valla und die Stelle in Les Palais, wo Marcellin den sterbenden Jungen Montagne traf. Ebenso besuchten wir Marcellins Taufkirche in Mahrles und die riesige Basilika von Fourviere in Lyon. Dazwischen fanden in den modern gestalteten Ausstellungsräumen in L'Hermitage verschiedene Workshops zu Marcellins Leben und Pädagogik statt. Doch auch die Zeit der Besinnung und Reflexion kam durch die sehr persönlich gestalteten Andachten und Gebetsmomente für die Lehrkräfte nicht zu kurz.



In diesen Tagen füllte sich unser bis jetzt nur theoretisches, oberflächliches Wissen über diesen Menschen Marcellin Champagnat mit Leben und Bildern von einem jungen Mann, der voller Energie und Idealismus, in dieser unwirtlichen Gegend Frankreichs eine Schaufel in die Hand nahm und in den harten, felsigen Boden der L'Hermitage den Grundstein für eine weltumspannende Gemeinschaft legte. Diese Internationalität ist beeindruckend ebenso wie die Tatsache, dass so viele Menschen auf der ganzen Welt, egal wo, der Botschaft dieses französischen Bauernsohns folgen. Vor allem die wachsende Zahl von Brüdern in den Dritte-Welt-Ländern und engagierte Menschen, die mehr und mehr als Laienmaristen Marcellin folgen wollen, stellen sich seinem Anspruch, Solidarität mit den Schwächeren zu zeigen.

Die Offenheit und Herzlichkeit, mit der uns die Maristen-Brüder in all diesen Orten empfingen und betreuten, wirkten auf uns sehr positiv, genauso wie sie auf ihre einfache, bescheidene Art und Weise es schaffen, tiefe Momente der Spiritualität zu erzeugen. All dies sind Aspekte, wie sie Champagnats Leben und Ideen heute noch verwirklichen. Unser Ziel ist es nun, die internationalen Kontakte zu anderen Maristen-Schulen aufrecht zu erhalten und die maristische Pädagogik in unserem Haus zu fördern.


Barbara Fischer (Maristen Realschule Cham)



Tagung „Schulentwicklung an den deutschen Maristen-Schulen“ in Freising (20.04. bis 21.04.2015)

Vom 20.04. bis zum 21.04.2015 kamen im Kardinal-Döpfner-Haus in Freising Multiplikatoren der Schulen aus Cham, Furth bei Landshut sowie aus Mindelheim zusammen. Geleitet wurde die Veranstaltung von Hans Staudner, Koordinator aus Cham. Zunächst ging es um den maristischen Geist an den Schulen: So stellte Fr. Augustin anhand einiger ausgewählter Briefe von Marcellin Champagnat vor, was bei der Erziehung besonders wichtig für ihn war und er gab den Teilnehmern hilfreiche Impulse mit auf den Weg. Zudem war auch wieder der Austausch untereinander sehr bereichernd. So bekamen die Teilnehmer z. B. konkrete Materialien, wie man die Projekt-Schulaufgabe in der neunten Klasse der Realschule über das Thema „Maristen“ verwirklichen kann.

Ein wichtiges Thema war die Stärkung der Corporate Identity. Wie können die Lehrer das konkret für ihre Schule bewerkstelligen? Hans Staudner lud dazu die Grafik-Designerin Yvonne Geyer ein, die schon gute Vorarbeit leistete und einen neuen, professionellen Flyer für die Maristen-Schulen vorstellte. Bisher war es an einigen Schulen so, dass die Eltern verschiedenste Blätter bekamen, auf denen Informationen über die jeweilige Schule zu finden waren. Heutzutage wird es allerdings laut Geyer immer wichtiger, auch in der Werbung für die Schule nach außen hin professioneller aufzutreten. Abhilfe kann der neue Flyer schaffen, der aufgefaltet wie ein Kreuz aussieht und für alle Maristen-Schulen in Deutschland verwendet werden soll. Es besteht dann noch die Möglichkeit, dass jede Schule individuelle Einleger gestaltet, um somit auf ihre speziellen Schwerpunkte einzugehen. Die Teilnehmer waren sehr angetan und ergänzten, dass man z. B. auch Schlüsselanhänger, die zu diesem Design passen, in Auftrag geben könnte. Somit könnten z. B. die neuen Fünftklässler im neuen Schuljahr bei der Begrüßung damit ausgestattet und sich gleich besser bewusst werden, was „maristisch“ eigentlich heißt.

Außerdem war Renate Hacker vom Cmi anwesend, die den Anwesenden erläuterte, welche Möglichkeiten des Austausches diese Organisation bietet. So seien alle bisherigen Teilnehmer gestärkt und „reifer“ wieder zurückgekommen. Gerne würden Brigitte Riedmaier und Renate Hacker an die Maristen-Schulen kommen, um das Cmi-Projekt vorzustellen. Eine weitere Möglichkeit wäre es, wenn ehemalige Volunteers an die Schule kämen und dann ihre Erfahrungen vorstellen. Die Teilnehmer aus Cham meinten, dass dies eine wirkliche Bereicherung sei, da an ihrer Schule bereits Laura Sattelmair war, die mit Cmi einige Zeit in Südafrika verbrachte und den Schülern der Maristen-Realschule von ihren Erfahrungen berichtete. Ebenso wäre es eine Möglichkeit, Frater Michael zu SMV-Tagen einzuladen, um ebenfalls von seinen Erfahrungen zu berichten.

Wolfgang Hacker berichtete über seine Zeit beim „MIMA“ („Marist International Mission Assembly“) in Nairobi und veranschaulichte den Multiplikatoren somit, welch maristischer Geist weltweit zu spüren ist.

In nächster Zeit gibt es noch einige Veranstaltungen für die Maristen: So ist in Cham wieder ein „Pfingsttreffen“ geplant, zudem auch die anderen Schulen recht herzlich eingeladen sind. Außerdem finden auch wieder internationale Jugendtreffen, wie z. B. in Lyon und in Krakau statt, denen man beiwohnen möchte. Geplant sind die Arbeitskreise „Kunst und Theologie“ sowie „Maristische Spiritualität“ an den Schulen. Gebete, gemeinsame Spaziergänge und auch das gesellige Beisammensein beim Essen und im Bräustüberl ließen die Teilnehmer untereinander wieder gut zusammenwachsen, so dass sich alle schon auf ein nächstes Treffen freuen, da man nun auch schon im „Kleinen“ spüren kann, wie etwas Neues beginnt.


Franziska Schrötter (Maristen Realschule Cham)



„Being spiritual - being human“ - Provinztreffen in Vallendar bei Koblenz (02.10. bis 04.10.2015)

Zum Workshop in der Bildungsstätte Marienland in Vallendar reisten 49 Teilnehmer aus Irland, Schottland, England, Belgien, den Niederlanden und Deutschland an. Provinzial Brendan Geary begrüßte als Leiter der Tagung die Maristen, Jüngere und Ältere, Männer und Frauen, Brüder und Laien, und wünschte einen interessanten und fruchtbaren Verlauf.

Das Thema des Treffens lautete „Being spiritual – being human“ und der Referent, Father Dennis Tindall aus Bishop Auckland, England, der seit langem mit Frater Brendan befreundet ist, gab sogleich nach dem Abendessen in der ersten Sitzung einen anschaulichen Einstieg. Formen der Gottesbegegnung, der tägliche Umgang mit Gott und das Erkennen, dass jeder ein Haus ist, in dem Gott wohnt, waren hier wesentliche Aspekte.

Der zweite Teil am Samstagvormittag, der auch das Arbeiten in verschiedenen Gruppen umfasste, beschäftigte sich mit den Fragen, wie Gott mit uns kommuniziert, wie wir auf aktuelle Nöte von Mitmenschen reagieren, wie wir mit unseren eigenen Unzulänglichkeiten umgehen und wie weit wir auf die Gnade Gottes vertrauen. Themen waren weiterhin die Vaterschaft Gottes und seine unbedingte Liebe zu den Menschen und die Aufgabe der Kirche, die laut Papst Franziskus darin besteht, Wunden zu heilen und die Menschen zu befreien.



Die Teilnehmer des Provinztreffens


Die vierte Sitzung betonte die Gottesgaben Gnade, Barmherzigkeit und Vergebung. In der Entäußerung und Menschwerdung wurde der Gottessohn zum Menschensohn und brachte durch Leiden, Kreuzestod und Auferstehung die Erlösung für alle, die guten Willens sind. Inkarnation bedeutet nicht nur die Anwesenheit Gottes in jedem Menschen und das Erkennen Jesu im Gesicht des anderen, sie ist auch ein fortschreitender Prozess, in dem diese Menschwerdung im Verlauf der Geschichte sich immer wiederholt und erneuert. Letztlich umfasst sie auch den Umstand, dass Jesus die Menschlichkeit zu Gott bringt; er ist der Fürsprecher der Menschen in der Dreieinigkeit.

Christen sollten in ihrer Hilfsbereitschaft und dem Bestreben, das Gute zu tun, auch ihre eigenen Grenzen respektieren. Es gilt zunächst, wirklich gut zuzuhören, um Nöte zu erkennen und nicht in vorschnellen Aktionismus zu geraten. Es stellt sich die Frage, was die Mitmenschen tatsächlich brauchen; das Ziel wäre, den Bedürftigen dabei zu helfen, ihr Leben verstehen zu lernen. Hier kann die eigene Verwundbarkeit helfen, den anderen erkennen zu lassen, dass auch er von Gott angenommen ist. Gott sucht den Menschen – das bedeutet für uns, dass wir aufmerksam bleiben und uns ansprechen und anregen lassen.

Das Zitat eines Journalisten, „wir beobachten uns immer gegenseitig“ wurde durch die Bilder des ertrunkenen Flüchtlingskindes am Strand und in den Armen eines Sanitäters, die vor kurzem durch die Medien gingen, unterstrichen. Die globale Vernetzung und die Omnipräsenz von Kommunikationsmitteln bewirken, dass wir massiv mit Informationen versorgt werden, häufig über das Elend in der Welt. Dabei können uns die Armen das Evangelium lehren, denn sie fordern uns heraus, zu reagieren. Wir müssen uns entscheiden, ob wir Augen und Ohren verschließen, oder ob wir verstehen, dass auch auf diese Weise Gott zu uns spricht.



Provinzial Brother Brendan Geary (links) mit Father Dennis Tindall (rechts)


Father Tindall, der auch ein begabter Geschichtenerzähler ist, und seine Ausführungen immer wieder durch bildhafte Gleichnisse und reale Begebenheiten illustrierte, berichtete hierzu, dass ein Gefängnisinsasse, den er als Priester betreute, ihm sagte, „du hast mich akzeptiert, dann kann ich auch hoffen, dass mich Gott akzeptiert.“ Dies zeigt, dass es darauf ankommt, sich den Schwächeren, den Ausgegrenzten, dem Underdog im Team oder anderen behinderten Mitmenschen zuzuwenden und sie spüren zu lassen, dass sie angenommen sind. Nicht erst dies erinnert an Papst Franziskus' Kirche der Armen und selbstverständlich auch an den heiligen Marcellin, dass wir uns besonders um die wenig privilegierten Mitmenschen kümmern sollten, ob diese nun in den ärmsten Ländern oder in den scheinbar so reichen Industriestaaten leben. Nein, Dennis Tindall verkörperte selbst in seiner Rede und seiner Person die maristischen Tugenden Einfachheit, Demut und Bescheidenheit, da es ihm gelang, anspruchsvolle theologische Themen knapp und stimmig mit der Basis des Alltagserlebens zu verknüpfen. Eine klare und plastische Sprache in freier Rede, schlüssig strukturierte Gedankengänge und gut gewählte Beispiele vermittelten so einen überzeugenden Eindruck von Nachhaltigkeit und Authentizität.

Wir blicken auch voraus, sei es für unser eigenes Leben, für die Weiterentwicklung der Kirche oder auch für die Zukunft des Marist-Seins. In vielerlei Hinsicht gibt es Anzeichen für einen neuen Aufbruch und auch für neue Herausforderungen, man denke etwa an die Familiensynode der Bischöfe, an die Flüchtlingsproblematik für Deutschland, Europa aber auch weltweit, oder an die derzeitigen internationalen Konflikte. Visionen und Träume sind erforderlich, wir müssen sie am Leben halten und weiter verfolgen. Dazu wurde zum Ende des Referatsteils Reverend Martin Luther Kings flammende Rede „I have a dream“ gezeigt. Pater Tindall wurde mit langem Beifall bedacht und in regional aufgeteilten Arbeitsgruppen wurden abschließend Ideen und Vorschläge der Teilnehmer für Veranstaltungen bzw. Workshops zur Förderung und Verwirklichung des maristischen Traums gesammelt.


Johannes Räpple (Maristen-Gymnasium Furth)

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